Mi, 29. April 2015

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12.00 Uhr

Albert Kitzler

Wie lebe ich ein gutes Leben?
Philosophie für Praktiker

Ab dem 25.04., dem zweiten Festivaltag, tägliche philosophische Gesprächsrunde zu wechselnden Themen der praktischen Lebensführung wie Sammlung, Mitmenschlichkeit, Schicksal, Harmonie, Hybris, Kairos. Der Autor liest das entsprechende Kapitel aus seinem Buch vor, anschließend gibt es einen Austausch mit den Zuhörern. Philosophisches Vorwissen ist nicht erforderlich. Es geht um unser Leben – da kann jeder mitsprechen!

Termin

Mi, 29.4.2015, 12:00 Uhr

Ort: Thirsty Moon | Karte
Eintritt frei

19.00 Uhr

Wilfried N’Sondé

BERLINOISE Soundtrack

In seinem neusten Roman „Berlinoise“ (Actes Sud Verlag, 2015) erzählt Wilfried N’SONDE eine Liebesgeschichte in Berlin kurz nach dem Mauerfall.

Im Schatten der großen Geschichte, jener vom Fall der Berliner Mauer, offenbart uns Berlinoise (Berlinerin) die romantische und sinnliche Liebe zwischen Stan, einem bescheidenen Deutschlehrer in der Pariser Region, und Maya, einer Malerin aus der ehemaligen DDR. Ihre Begegnung wird zu einer leidenschaftlichen und zerstörerischen Beziehung, denn nach Momenten der Hoffnung und Freude haben sie Mühe, als Paar in der wiedervereinigten Stadt zu bestehen.

Aus den Tiefen eines sächsischen Tals, wo Stan ein Konzert gibt, erzählt er uns seine Geschichte und teilt mit uns seine Begeisterung für Berlin und seine leidenschaftliche Liebe zu Maya. Berlinoise ist die Erzählung einer Sinnsuche in jenem Moment, in dem Hoffnung zur Realität wird – eine starke, zärtliche und erotische Liebesgeschichte.

Die Lesung wird musikalisch begleitet durch den Gitarristen und Bruder Serge N’Sonde.

«On retrouve, dans ce récit dense, le style lyrique et foisonnant de Wilfried N’Sondé, qui livre une réflexion intelligente et incarnée sur la fin de toutes les illusions»
Virginia Bart, Le Monde des livres

 

Wilfried N'Sondé

Wilfried N'Sondé

Wilfried N’Sondé ist Schriftsteller und Musiker, er wurde im Kongo geboren und ist in der Pariser Banlieue aufgewachsen. Er studierte Politologie an der Sorbonne und lebt seit 1991 in Berlin. Sein preisgekrönter erster Roman „Das Herz der Leopardenkinder“ erschien 2008 auf Deutsch.

Termin

Mi, 29.4.2015, 19:00 Uhr

Ort: Zadig, franz. Buchhandlung | Karte
In deutscher und französischer Sprache
Abendkasse: 9 €
Vorverkauf: 8 €
ermäßigt: 6 €

Reservieren

20.00 Uhr

SPEAK!BERLIN

Die Lobby-Republik

Oliver Lehmann im Gespräch mit Hans-Martin Tillack über die Lobby-Republik und wer in Deutschland die Strippen zieht.

Das Volk wählt seine Vertreter – und die Wirtschaft steuert sie? Hans-Martin Tillack, der als investigativer Reporter des Magazins Stern etliche politische Skandale enthüllt hat, klärt darüber auf, wer in Berlin die Strippen zieht – und warum der Lobbyismus endlich klare Regeln und Kontrollen braucht. Exkanzleramtschef Ronald Pofalla wechselt als Cheflobbyist zur Deutschen Bahn und Ex-Minister Dirk Niebel in die Rüstungsindustrie. Für Hans-Martin Tillack sind dies nur zwei mahnende Beispiele dafür, wie sehr die Politik in die Gefahr gerät, von großen Unternehmen gekapert zu werden. Tillack, der die Aktivitäten von Konzernvertretern, Verbandsmanagern und PR-Beratern seit Jahren verfolgt, führt uns hinter die Kulissen der Berliner Politik, offenbart verborgene Vorgänge und nennt Namen. Er berichtet von der Party für den frisch gekürten Bundespräsidenten Wulff, exklusiven Abendgesellschaften und den sprichwörtlichen Hinterzimmern, aber auch davon, wie Mailkonten von Ministerialbeamten geknackt werden oder vorformulierte Gesetzestexte auf den Tischen von Fachreferenten landen. Für ihn ist klar: Es bedarf verbindlicher Verhaltensregeln für den Umgang mit Interessenvertretern, wie sie etwa in den USA längst existieren – sonst droht unsere demokratische Kultur Schaden zu nehmen.

Hans-Martin Tillack

Hans-Martin Tillack

Hans-Martin Tillack, 1961 geboren, ist Reporter des Magazins Stern und einer der bekanntesten investigativen Journalisten Deutschlands. Für seine Veröffentlichungen zu Betrugspraktiken in den EU-Institutionen in Brüssel wurde er 2005 mit dem Leipziger
Medienpreis ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihm Die korrupte Republik (2009). Er lebt in Berlin.

Termin

29.4.2015, 20:00 Uhr

Ort: Village Voice | Karte
Eintritt frei

20.00 Uhr

Literarisches Berlin

Hilmar Klute

War einmal ein Bumerang.
Das Leben des
Joachim Ringelnatz

Dieser Mann nahm alles mit – das Leben des Joachim Ringelnatz
Joachim Ringelnatz: Eine verdruckste Kaiserzeit-Jugend, als Seemann im Krieg, ein unglaublich reiches und kompromissloses Künstlerleben, die Münchner und Berliner Zwischenkriegs-Bohème, der Clash mit den Nazis und – wahrscheinlich ein großes Glück für ihn – ein früher Tod.
Joachim Ringelnatz (1883–1934), den komischen Kauz und Dichter schräger Reime, wer mag ihn nicht? Aber Ringelnatz ist viel mehr. Sein Leben spiegelt das Elend, aber auch den Glanz der deutschen Vergangenheit wieder: der Bürgersohn fliegt vom Gymnasium, weil er sich, von Samoanerinnen auf der Völkerschau fasziniert, tätowieren ließ.
Als Seemann fährt er um die Welt, in München lernt er die Bohème kennen, schreibt seine ersten Gedichte. Und nach dem Ersten Weltkrieg wird Ringelnatz ein berühmter
Mann: Bei seinen wilden Bühnenshows im Matrosenkleid trinkt, singt und brüllt er und zertrümmert auch mal Stühle. Mit seinen erotischen, zeitkritischen, kuriosen, aber auch schwermütigen Gedichten wird er so berühmt wie die ›Comedian Harmonists‹.
An seinem 50. Geburtstag, seit Längerem lebt er in Berlin,feiern ihn Asta Nielsen, Paul Wegener, die Größen jener Zeit. Doch im selben Jahr kommen die Nazis an die Macht.
Ringelnatz’ Malerei gehört jetzt zur entarteten Kunst, seine Bücher kommen auf den Scheiterhaufen, er selbst erhältAuftrittsverbot. Ein Freund vermittelt ihm ein persönliches Gespräch mit Hitlers Chefideologen Alfred Rosenberg in der ›Bar Peltzer‹, um zu retten, was noch zu retten ist. Ringelnatz geht widerstrebend hin. Kaum erhebt sich Rosenberg bei seinem Eintritt vom Stuhl, bleibt Ringelnatz stehen, sagt »nein«, dreht sich um und verlässt den Saal. Hilmar Klute hat diesem berühmten und dennoch unbekannten Autor in Büchern, Nachlässen und Archiven nachgespürt – und schenkt uns ein grandios geschriebenes Buch über ihn und sein außergewöhnliches Leben.

„Hilmar Klutes lesenswertes Buch zeigt uns den Menschen Ringelnatz, einen, der widersteht – mit Humor, mit einer Prise Bitterkeit“
rbb Stilbruch

„In seiner akribisch recherchierten Ringelnatz-Biografie hat Hilmar Klute einiges dafür getan, um die liebgewonnenen Klischees über den Dichter aufzulösen und den Artisten Ringelnatz in all seinen Widersprüchen zu porträtieren.“
Badische Zeitung

„Hilmar Klute hat eine Biografie geschrieben, die uns einen Mann vorführt, der einer von uns sein könnte. Gut lesbar. Einfühlsam. Mit Witz. Und Überraschungen. So hat Klute unbekannte Texte aufgespürt. Hat Irrtümer korrigiert.“
NDR Kultur

Hilmar Klute

Hilmar Klute

Hilmar Klute, geboren 1967 in Bochum, ist Redakteur bei der „Süddeutschen Zeitung“ und schreibt unter anderem Kolumnen für das äußerst beliebte Streiflicht.

Termin

Mi, 29.4.2015, 20:00 Uhr

Ort: Tucholsky Buchhandlung | Karte
Abendkasse: 9 €
Vorverkauf: 8 €
ermäßigt: 6 €

Reservieren

20.00 Uhr

Buchpremiere
Mark Terkessidis

Kollaboration

Moderation: Thomas Böhm

Die Proteste der letzten Zeit haben die Unzufriedenheit der Bürger offenbart: Politiker scheinen weit weg vom Alltag und mit Großprojekten wie Bahnhöfen oder Flughäfen überfordert. Im Gegensatz dazu sind die Menschen eigensinnig wie nie. Nach Jahren der neoliberalen Predigten sind sie in Eigenverantwortung geübt: Gemeinsam erschaffen sie die Wikipedia, renovieren Klassenzimmer oder gründen gleich selbst Schulen. So werden sie im positiven Sinne zu Kollaborateuren. Anknüpfend an seine Überlegungen aus Interkultur (es 2589) entwirft Mark Terkessidis eine Philosophie der Kollaboration, die beim wütenden und suchenden Individuum ansetzt. Eine Gesellschaft der Vielfalt, so Terkessidis, kann nur funktionieren, wenn viele Stimmen gehört werden und unterschiedliche Menschen zusammenarbeiten.

Mark Terkessidis

Mark Terkessidis

Mark Terkessidis , geboren 1966, arbeitet als Publizist mit den Schwerpunkten Popkultur und Migration. 2006 verfasste er zusammen mit Yasemin Karasoglu ein intensiv diskutiertes Plädoyer für mehr Rationalität in der Integrationsdebatte.

Thomas Böhm

Thomas Böhm

Thomas Böhm, geboren 1968 in Oberhausen, war Programmleiter des Literaturhauses Köln (1999-2010), des internationalen literaturfestivals berlin (2012 – 2014), des Ehrengastauftritts Islands bei der Frankfurter Buchmesse 2011 und Kurator von „Auftritt Schweiz“ an der Leipziger Buchmesse 2014. Er veröffentlichte zahlreiche Audiobücherbücher und Hörspiele, zudem Bücher über Social Reading sowie Lesungen als Kunstform. Seit 2013 arbeitet er als Moderator der Sendung „Die Literaturagenten“ des rbb.

29:4.2015, 20:00 Uhr

Ort: Galerie Hiltawsky | Karte
Abendkasse: 9 €
Vorverkauf: 8 €
ermäßigt: 6 €

Reservieren

21.00 Uhr

Lars Ruppel and friends

Schnaps und Würde – Die Lesebühne voll Slam Poetry

Die fünf erfolgreichen Poetry Slammer und Buchautoren Felix Römer, Volker Strübing, Malte Rosskopf, Paul Bokowski und Lars Ruppel bilden die monatliche Lesebühne „Schnaps und Würde“ im Alter Roter Löwe Rein, Neukölln. Und sie sind so typisch Berlin: Zugezogen und androgyn. Oder hier geboren und arbeitslos? Oder doch nur zu Besuch und kunstinteressiert? Wie jeder Versuch diese Stadt zu katalogisieren werden auch diese Texte keinen Aufschluss bieten, wo wir eigentlich leben. Oder leben werden. Oder wo wir herkommen. Und ob es woanders schöner war und ob es hier noch schöner wird.

Paul Bokowski

Paul Bokowski

Paul Bokowski, geboren 1982, gehört zur Speerspitze der Berliner Lesebühnenszene. Der Autor, Vorleser und Geschichtenerzähler lebt seit über zehn Jahren in einem der unbeirrbarsten Problembezirke der bundesdeutschen Hauptstadt. Sein Überraschungserfolg »Hauptsache nichts mit Menschen« erschien im Dezember 2013 als Taschenbuchausgabe bei Goldmann sowie als Audiobook im Hörverlag München. Sein zweiter Kurzgeschichtenband »Alleine ist man weniger zusammen« erscheint im Mai 2015 als Klappenbroschur bei Manhattan.

Felix Römer

Felix Römer

Felix Römer lebt in Berlin und den Autobahnen dieses Landes. Man nennt ihn abwechselnd „Das Herz“ und „Die Stimme“ der deutschen Slam Szene. Er ist Slam Poet und Moderator der Poetry Slams in Göttingen, Eschwege und Kassel. Er organisiert die E-Werk Bühne beim Open Flair Festival mit, leitet Workshops und denkt sich auch sonst jede Menge schöne Sachen aus. Mit „SMAAT“ wurde er 2007 deutscher Poetry Slam Meister und 2006 Vizemeister im Einzelwettbewerb. 7 von 10 Poetry Slammern nennen ihn als ihren Lieblingspoeten, was wieder beweist, wie geschmackssicher diese Bühnendichter sind. Seine lang und heiß ersehnte Textsammlung erscheint hoffentlich dieses Jahr.

Volker Strübing

Volker Strübing

Volker Strübing ist Slammer, Lesebühnenautor, Filmemacher, dreimaliger Sieger der deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften (und aktuell amtierender Vizemeister), Erfinder von Kloß und Spinne und eigentlich ganz nett. In seinen Geschichten, Filmen, Diavorträgen und Liedern widmet er sich bedrohten Tierarten und ihrer korrekten Zubereitung, berichtet aus Verschwörungstheorie und -praxis, verhandelt die Relativitätstheorie der Liebe, die Revolution per Singlebörse und die Zukunft der Menschheit, bekämpft die Einsamkeit des atomisierten Individuums im neoliberalen Spaß-Gefängnis sowie diese blöden Kaffeesahnedöschen, wo immer der Zuppel abreißt und die Sahne rausspritzt.

Malte Rosskopf

Malte Rosskopf

Malte Rosskopf ist die Zukunft der deutschen Poetry Slam Szene. Kein noch so starkes Teilnehmerfeld könnte ihn beeindrucken. Mit seinem Team „Slamdog Millionaire“ ist er Dauerfavorit auf den Titel bei den Meisterschaften. Führende Gangsterrapper haben bei ihm einen Kurs im Schnellsprechen belegt und imitieren seitdem seinen nicen Style auf der Bühne. Unbekümmert und schelmisch haut er dem baffen Publikum rotzgemeine und hochwitzige Geschichten um die Sinne, und am Ende denken alle: „…und wie gut er aussieht!“

Lars Ruppel

Lars Ruppel

Lars Ruppel ist amtierender deutscher Poetry Slam Meister und Autor des erfolgreichen Lyrik-Bandes „Holger, die Waldfee“, das es bis in die Spiegel Bestsellerlisten geschafft hätte, wenn da nicht schon so ein dummer Blödsinn rumstehen würde. An 250 Tagen im Jahr steht er vor einem Mikrofon irgendwo auf der Welt. Poetry Slam Projekte im Sudan, Indien, Russland und den USA brachten ihn aus dem kleinen Berlin hinaus in den Trendbezirk Restwelt. Mit seinem Projekt „Weckworte“ fördert er durch Fortbildungen für Pflegekräfte von Menschen mit Demenz oder geistiger Behinderung den Einsatz von Gedichten in der Pflege. Damit wir uns alle mal als Omas und Opas nicht schrecklich langweilen.

Termin

Mi, 29.4.2015, 21:00 Uhr

Ort: Kulturfabrik Moabit | Karte
Abendkasse: 9 €
Vorverkauf: 8 €
ermäßigt: 6 €

Digital

Albert Kitzler

Philosophie to go.
Worte der Weisheit
für den Tag

Seit mehr als vier Jahren veröffentlicht der Berliner Philosoph Albert Kitzler täglich online „Worte der Weisheit“ – kurze prägnante Texte aus unterschiedlichen Kulturkreisen sowie verschiedenen Epochen der Philosophie – und erläutert diese im Hinblick auf ihre Bedeutung für unsere Lebensführung.


 

Linda Rachel

Die 7 Todsünden und Berlin

Zynisch, nachdenklich und nicht selten auch liebevoll, so schreibt die Texterin und Autorin Linda Rachel über das Leben in ihrer Wahlheimat Berlin. Mit „Superbia – Berlin kommt vor dem Fall“ widmet sie sich den Sieben Todsünden. Rachel verarbeitet sie jeweils in einer Kurzgeschichte – mit Berlin als Kulisse. In sieben Videos liest die Autorin sie persönlich vor. An jedem Festivaltag geht eine neue Sünde online.

Albert Kitzler

Albert Kitzler

Albert Kitzler, geb. 1955, promovierter Jurist und Philosoph, arbeitete viele Jahre erfolgreich als Rechtsanwalt und Filmproduzent, bevor er im Jahre 2011 „MASS UND MITTE – Schule für antike Lebensphilosophie“ gründete.

Linda Rachel

Linda Rachel

Die Kölnerin Linda Rachel, Jahrgang 1984, hat Marketingkommunikation studiert, lebte in Tel Aviv und nun seit sechs Jahren in Berlin. Sie ist Redaktionsleiterin eines Blogs, Head of Content in einem Start-Up und freischaffende Texterin.
„Wenn man mit offenen Augen und Ohren durchs Leben geht, sieht und hört man Dinge, die einem sonst verborgen bleiben: Mit diesem Motto gehe ich tagtäglich durch meine Herzensstadt Berlin, um diesen Erlebnissen – ob lustig, skurril, wundervoll, seltsam oder herzzerreißend – mit meinen Worten neues Leben einzuhauchen, sie wiederzubeleben und zu konservieren – denn Worte machen aus Momenten Geschichte(n).“

Termin

vom 24. bis 30.4.2015, täglich
Ort: online, auf der Website des Festivals

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