So, 26. April 2015

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11.00 Uhr

SPEAK!BERLIN SPEZIAL

AfD und andere Rechtspopulisten/ Wahlkampf/ deutsche Geisteshaltungen 2015

Christian Stahl im Gespräch mit Liane Bednarz und Frank Stauss über AfD und Wahlkampf.

Liane Bednarz

Liane Bednarz

Liane Bednarz, Jahrgang 1974, arbeitet als Rechtsanwältin und hat gemeinsam mit Christoph Giesa das Buch Deutschland dreht durch. Die Wahrheit über die AfD geschrieben.

Frank Stauss

Frank Stauss

Frank Stauss, Jahrgang 1965, Politologe wirbt für Markenprodukte von Joghurt bis Stahl und berät Politiker. Er leitete und begleitete zahlreiche Wahlkämpfe im In- und Ausland. In seinem Buch Höllenritt Wahlkampf beschäftigt er sich mit seinem Lieblingsthema.

Christian Stahl

Christian Stahl

Christian Stahl, geboren 1970 in Köln, ist gelernter Journalist, hat in Bonn und Oxford Lite-raturwissenschaft und Geschichte studiert und viele Jahre beim Radio und Fernsehen gearbei-tet. 2005 gründete er eine Agentur für Kommunikation. Christian Stahl dreht Filme, coacht, lehrt andere, ihre Geschichten zu erzählen, und erzählt selbst.

Termin

So, 26.4.2015, 11:00 Uhr

Ort: Club der polnischen Versager | Karte
Abendkasse: 9 €
Vorverkauf: 8 €
ermäßigt: 6 €

Reservieren

12.00 Uhr

Albert Kitzler

Wie lebe ich ein gutes Leben?
Philosophie für Praktiker

Ab dem 25.04., dem zweiten Festivaltag, tägliche philosophische Gesprächsrunde zu wechselnden Themen der praktischen Lebensführung wie Sammlung, Mitmenschlichkeit, Schicksal, Harmonie, Hybris, Kairos. Der Autor liest das entsprechende Kapitel aus seinem Buch vor, anschließend gibt es einen Austausch mit den Zuhörern. Philosophisches Vorwissen ist nicht erforderlich. Es geht um unser Leben – da kann jeder mitsprechen!

Termin

So, 26.04.2015, 12:00 Uhr

Ort: Thirsty Moon | Karte
Eintritt frei

15.30 Uhr

Literarischer Spaziergang
mit Helmut Kuhn

Gehwegschäden

Flanieren in Mitte: Der Autor Helmut Kuhn führt zu den Schauplätzen seines Romans Gehwegschäden und liest daraus vor.

Treffpunkt ist vor dem Soho House, Abschlusslesung im Café Anna Koschke.

Thomas Frantz ist Schachboxer, Flaneur aus Instinkt, freier Journalist ohne Aufträge, am Rande des Existenzminimums. Die Motivation, dem Leben noch eine feste Struktur abzuringen, ist begrenzt. Frantz lässt sich durchs Großstadtleben treiben. Von den Kabbalisten zu den schlaflosen Swingern, von der Demo der Prekarianer in die Wettbüros Neuköllns und den alten Westen, der wortwörtlich abkackt.

Unbarmherzig kommentiert er, was er sieht: das Heer derer, die sich mit Diplom und Aushilfsjobs direkt in die internationalen Märkte hineinträumen und dabei in Streetart, Esoterik und Pecha-Kucha-Nächten einen Rest von Lebenssinn suchen. Er recherchiert die Geschichte der ehemaligen SED-Verwaltungszentrale, zuvor Hauptquartier der Hitlerjugend und davor Kaufhaus jüdischer Geschäftsleute, die von Londoner Heuschrecken mit großzügiger Ignoranz gegenüber den Grausamkeiten der Geschichte in einen Society-Club und Wellnesstempel umgebaut wird. Wie Berlin überhaupt zu einem gewaltigen Spielplatz mutiert ist und sich aufteilt in Zonen von Invitrokindern und verwahrlosten Jugendlichen.
Frantz, der notorische Chronist, seziert mit wachsender Wut, was ihn tagtäglich an Lügen umgibt. Als schließlich die bezaubernde junge Doktorandin Sandra durch sein Leben fegt wie der Hurrikan Katrina, könnte alles noch einmal anders werden.

„Gehwegschäden von Helmut Kuhn ist einer der besten Berlin-Romane der letzten Jahre, atmosphärisch dicht und detailgenau. (…) Gehwegschäden ist wie sein berühmtes Vorbild Berlin Alexanderplatz nicht nur ein Roman über das Lebensgefühl im östlichen Zentrum der Hauptstadt, sondern benutzt dieses Soziotop für einen Gegenwartsbefund, der bei allem Humor nicht unbedingt fröhlich stimmt.“ | Deutschlandfunk Büchermarkt

„Helmut Kuhns Roman verneigt sich vor Berlin Alexanderplatz und liest sich ebenso witzig wie rasant. (…) Es dürften sich kaum mitreißendere, witzigere Darstellungen sozialer Brüche und Zwänge finden lassen als in einigen Passagen dieses Romans.“ | Spiegel Online

Helmut Kuhn

Helmut Kuhn

Helmut Kuhn, geboren 1962, studierte Geschichte und Publizistik in Berlin und Paris. Er arbeitete bei der deutsch-jüdischen Zeitschrift Aufbau in New York und lebt heute als freier Journalist und Autor in Berlin. Kuhn schreibt u.a. für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung, Stern, Focus und mare. 2002 erschien sein vielbeachtetes Romandebüt Nordstern. Als Co-Autor verfasste er zusammen mit Murat Kurnaz Fünf Jahre meines Lebens. Ein Bericht aus Guantanamo (2007), über den John Le Carré schrieb: „Der mitfühlendste, ehrlichste und würdevollste Bericht über die Schande Guantanamo, den es je gegeben hat.“ Sein Roman Gehwegschäden erschien im Frühjahr 2012.

Termin

So, 26.04.2015, 15:30 Uhr

Start: Soho-House | Karte
Ziel: Café Anna Koschke | Karte
Teilnahme: 9 €
Vorverkauf: 8 €
Ermäßigt: 6 €

Reservieren

 

19.00 Uhr

Buchpremiere
Kolja Mensing

Die Legenden der Väter

Moderation: Thomas Böhm

1946 wird ein Kind im Nordwesten Deutschlands geboren. Der Vater ist Pole, Soldat der polnischen Besatzungsarmee, die in der britischen Besatzungszone agiert, die Mutter Deutsche. Die Liebe scheitert, der Soldat geht zurück nach Polen, und das Kind – ein Sohn – wächst ohne Vater auf. Erst viele Jahre später gibt es einen Kontakt. Und noch einmal viele Jahre später begibt sich Kolja Mensing, der Enkel, auf eine Spurensuche in Deutschland und Polen. Er entdeckt, dass Familiengeschichten nie so eindeutig sind, wie sie erzählt werden, und dass Krieg und Besatzungszeit auch seine Generation noch prägen. 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beleuchtet Die Legenden der Väter darüber hinaus die historischen Umstände der polnischen Besatzungszone, die zwischen 1945 und 1948 im nördlichen Emsland und rund um Oldenburg und Leer existierte und über die heute nur wenig bekannt ist.

Kolja Mensing

Kolja Mensing

Kolja Mensing, 1971 in Oldenburg geboren, lebt seit 1995 in Berlin und arbeitet als Schriftsteller, Journalist und Literaturkritiker, seit 2011 als Literaturredakteur bei Deutschlandradio Kultur.

Thomas Böhm

Thomas Böhm

Thomas Böhm, geboren 1968 in Oberhausen, war Programmleiter des Literaturhauses Köln, des internationalen literaturfestivals berlin, des Ehrengastauftritts Islands bei der Frankfurter Buchmesse 2011 und Kurator von „Auftritt Schweiz“ an der Leipziger Buchmesse 2014. Er veröffentlichte zahlreiche Audiobücher und Hörspiele sowie Bücher über Social Reading und Lesungen als Kunstform. Seit 2013 arbeitet er als Moderator der Sendung Die Literaturagenten bei radioeins

Termin

So, 26.4.2015, 19:00 Uhr

Ort: Alfred Ehrhardt Stiftung | Karte
Abendkasse: 9 €
Vorverkauf: 8 €
ermäßigt: 6 €

Reservieren

19.00 Uhr

Buchpremiere
Eva Ruth Wemme

Meine 7000 Nachbarn

Moderation: Jörg Sundermeier

Die Geschichten aus Meine 7000 Nachbarn halten fest, was keinem Menschen zuzumuten ist. Ein Mann arbeitet wochenlang auf der Baustelle des Berliner Flughafens und erhält am Ende keinen Lohn. Einer schwangeren Frau wird im Krankenhaus bestätigt, dass ihr Kind noch am selben Tag zur Welt kommen werde, dann wird sie gebeten, sich ein anderes Krankenhaus zu suchen. Eine Familie wird im Winter aus ihrer Wohnung geworfen, obwohl sie mit der Zahlung der Miete nicht in Verzug ist.

Bei den 7000 Nachbarn handelt es sich um Roma in Berlin. Eva Ruth Wemme übersetzt Literatur aus dem Rumänischen und begleitet als Dolmetscherin und Beraterin seit 2011 rumänische Migrantinnen und Migranten in Berlin. Sie führte zahlreiche Interviews und berichtet von jenem Teufelskreis, der aus Arbeits- und Wohnungslosigkeit, aus Fremdheit und Vorurteilen besteht – eindringlich und aus erster Hand. Diese Dokumentation in Buchform macht die Situation und den Grad der Diskriminierung von Roma in Deutschland nachdrücklich deutlich.

Eva Ruth Wemme

Eva Ruth Wemme

Eva Ruth Wemme, 1973 in Paderborn geboren, studierte in Köln, Berlin und Bukarest. Sie war Dramaturgin am Schauspielhaus Chemnitz. Als Übersetzerin, Lektorin und Autorin übersetzte sie u. a. Mircea Cartarescu, Nora Iuga und Ioana Nicolaie aus dem Rumänischen. Wemme erhielt 2010 das Stipendium der Autorenwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin sowie das Alfred-Döblin-Stipendium. Sie lebt in Berlin und arbeitet als Sprach- und Kulturmittlerin für Neuankömmlinge aus Rumänien.

Jörg Sundermeier

Jörg Sundermeier

Jörg Sundermeier, 1970 in Gütersloh, seit 1996 in Berlin, seit 1992 journalistische Tätigkeit. Arbeitet regelmäßig frei für Jungle World, TAZ, Berliner Zeitung Außerdem Mitbegründer und Inhaber des 1995 gegründeten Verbrecher Verlages. Bücher: Der letzte linke Student (Aschaffenburg 2004), Heimatkunde Ostwestfalen (Hamburg 2010) und Der letzte linke Student kämpft weiter (Aschaffenburg 2011).

Termin

So, 26.4.2015, 20:00 Uhr

Ort: Amadeu-Antonio Stiftung | Karte
Abendkasse: 9 €
Vorverkauf: 8 €
ermäßigt: 6 €

Reservieren

19.00 Uhr

Literarisches Berlin

Stephanie Bart

Deutscher Meister

Berlin, 9. Juni 1933: Johann Rukelie Trollmann ist ein talentierter, unkonventionell kämpfender Boxer und charismatischer Publikumsliebling. Er steht im Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Seinem Gegner ist er überlegen. Doch Trollmann ist Sinto. Die SA steht am Ring. Funktionäre und Presse tun alles, um seine Karriere zu zerstören und ihn endgültig auf die Bretter zu schicken.
Stephanie Barts Roman führt ins Innerste der nationalsozialistischen Machtentfaltung und zugleich an ihre Grenzen.

„meisterhaft, evoziert das vielfältige Stimmengeflecht von Berlin Alexanderplatz.“
FAZ

„Ein rasantes, tieftragisches und zugleich herrlich witziges Buch“
Literarische Welt

Stephanie Bart

Stephanie Bart

Stephanie Bart, geboren 1965 in Esslingen am Neckar, studierte Ethnologie und Politische Wissenschaften an der Universität Hamburg. Seit 2001 lebt sie in Berlin. Für die Arbeit an „Deutscher Meister“ erhielt sie das Stipendium des Deutschen Literaturfonds 2011 und 2012, für den Roman wurde sie mit dem Rheingau Literatur Preis 2014 ausgezeichnet.

Termin

So, 26.4.2015, 20:00 Uhr

Ort: Tucholsky Buchhandlung | Karte
Abendkasse: 9 €
Vorverkauf: 8 €
ermäßigt: 6 €

Reservieren

Digital

Albert Kitzler

Philosophie to go.
Worte der Weisheit
für den Tag

Seit mehr als vier Jahren veröffentlicht der Berliner Philosoph Albert Kitzler täglich online „Worte der Weisheit“ – kurze prägnante Texte aus unterschiedlichen Kulturkreisen sowie verschiedenen Epochen der Philosophie – und erläutert diese im Hinblick auf ihre Bedeutung für unsere Lebensführung.


 

Linda Rachel

Die 7 Todsünden und Berlin

Zynisch, nachdenklich und nicht selten auch liebevoll, so schreibt die Texterin und Autorin Linda Rachel über das Leben in ihrer Wahlheimat Berlin. Mit „Superbia – Berlin kommt vor dem Fall“ widmet sie sich den Sieben Todsünden. Rachel verarbeitet sie jeweils in einer Kurzgeschichte – mit Berlin als Kulisse. In sieben Videos liest die Autorin sie persönlich vor. An jedem Festivaltag geht eine neue Sünde online.

Albert Kitzler

Albert Kitzler

Albert Kitzler, geb. 1955, promovierter Jurist und Philosoph, arbeitete viele Jahre erfolgreich als Rechtsanwalt und Filmproduzent, bevor er im Jahre 2011 „MASS UND MITTE – Schule für antike Lebensphilosophie“ gründete.

Linda Rachel

Linda Rachel

Die Kölnerin Linda Rachel, Jahrgang 1984, hat Marketingkommunikation studiert, lebte in Tel Aviv und nun seit sechs Jahren in Berlin. Sie ist Redaktionsleiterin eines Blogs, Head of Content in einem Start-Up und freischaffende Texterin.
„Wenn man mit offenen Augen und Ohren durchs Leben geht, sieht und hört man Dinge, die einem sonst verborgen bleiben: Mit diesem Motto gehe ich tagtäglich durch meine Herzensstadt Berlin, um diesen Erlebnissen – ob lustig, skurril, wundervoll, seltsam oder herzzerreißend – mit meinen Worten neues Leben einzuhauchen, sie wiederzubeleben und zu konservieren – denn Worte machen aus Momenten Geschichte(n).“

Termin

vom 24. bis 30.4.2015, täglich
Ort: online, auf der Website des Festivals

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